Neuraltherapie: Wirkung auf breiter Front
Die klassische Neuraltherapie ist mehr als nur Quaddeln. Neben dieser lokalen Schmerzlinderung und dem Lösen von Verspannungen, findet es auch einen breiten Einsatz in vielseitigen Bereichen. Grundlage ist neben der Schmerzlinderung die Behandlung von funktionalen Störungen über:
- Unterbrechung der sowohl zuführenden als auch weiterleitenden Schmerzwahrnehmung
- Normalisierung von schmerzhaft erhöhter Muskelaktivität durch verminderten Einstrom von Schmerzsignalen
- Unterbrechung pathologisch entgleister Regelkreise
- Verbesserung der Mikrozirkulation im Gewebe
und damit der Stoffwechselverhältnisse - Antientzündliche Wirkung der Lokalanästhetika
Diese erweiterten Wirkungen sind dem Lokalanästhetikum Procain zu verdanken:
- reduziert die Freisetzung von Entzündungsvermittlern
- hemmt das Anheften von Entzündungszellen ans Gewebe
- vermindert das Anlocken von Entzündungszellen durch Blockade der Bildung von lokale Entzündungsmediatoren
- hemmt die initiale Immuntantwort von akuten Entzündungszellen
Das führt zu einem breiten Indikationsspektrum in der Medizin:
- Bandscheibenvorfall
- Hexenschuss, Kreuzschmerzen u. ä.
- Akute und chronische Schmerzen
- Kopfschmerzen, Migräne
- Allergien, Asthma und Heuschnupfen
- Schlafstörungen
- Kreislauf- und Durchblutungsstörungen
- Ohrgeräusche (Tinnitus)
- Herzbeklemmung, Zustand nach Herzinfarkt
- Schilddrüsenerkrankungen
- Beschwerden an inneren Organen (z.B. Leber, Galle, Magen, Darm)
- Arthrose
- Neurologische Erkrankung
- Nervenschmerzen (Zosterneuralgie)
- Blasenleiden, Prostataerkrankungen u. ä.
Wie auch bei der Akupunktur und den Infusionstherapien kann die Neuraltherapie nicht isoliert betrachtet werden, sondern immer in der Gesamtschau der von Therapie und individuellen Faktoren des Patienten.